Relikte der Ureinwohner Tahitis

Geschichte von Tahiti

Die abenteuerliche Geschichte und Kultur der Polynesier bleibt vielen Touristen verborgen, die nur für einen Strand- oder Tauchurlaub Tahiti und ihre Inseln besuchen. Dieses Volk eroberte bereits vor langer, langer Zeit mit einfachen Auslegerkanus (Pirogen) die entlegensten Inseln der Erde.

Es wird angenommen, dass von hier aus Neuseeland, Hawaii und die Osterinsel (das polynesische Dreieck) besiedelt wurden und der Ursprung aller polynesischen Kultur hier begründet liegt.

Europäische Entdecker

Im frühen 16. Jahrhundert wurden von den Einheimischen plötzlich Schiffe ohne Ausleger am Horizont gesichtet. Die ersten Aufzeichnungen der Gesellschafts- und Tuamotu-Inseln stammen aus dem Jahre 1521, als Ferdinand Magellan den Tuamotu-Archipel entdeckte. Gut 70 Jahre später wurde die Marquesas-Insel Fatu Hiva von Alvaro de Mendaña de Neyra entdeckt, der anschließend gut eine Woche auf der Insel Hiva Oa verblieb. Anschließend folgte eine Pause von über 170 Jahren mit einigen wenigen, kleineren Expeditionen durch Holländer und Spanier, bis 1767 der britische Kapitän Samuel Wallis als erster Europäer die Insel Tahiti erreichte und sie King George Island taufte.

Nur ein knappes Jahr später traf der von Frankreich beauftragte Seefahrer Louis Antoine de Bougainville auf Tahiti ein und beanspruchte die Insel für Frankreich, nachdem er sie entzückt „Nouvelle Cythère“ (die neue Liebesinsel der Aphrodite) genannt hatte. Es folgten zahlreiche europäische Expeditionen, unter anderem mehrere des britischen Kapitäns James Cook, der die Gesellschaftsinseln als erster zuverlässig kartierte. 1786 kehrte auch de Bougainville zurück und landete auf Tahiti an. Er nahm daraufhin die Gesellschaftsinseln für Frankreich in Besitz und begründete damit das heutige Französisch Polynesien.

Die Meuterei auf der Bounty

Eine der europäischen Expeditionen war die Expedition der Bounty unter Leitung von Leutnant William Bligh. Bligh bekam 1787 den Auftrag, Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Antillen zu bringen. Eben diese Stecklinge wurden vermutlich schließlich der Anlass zur Meuterei.

Nach langer Fahrt erreichte das Schiff Ende 1788 endlich Tahiti. Es folgte eine Wartezeit, da der Brotfruchtbaum gerade Ruhephase hatte und keine Stecklinge gezogen werden konnten. In den 5 Monaten an Land hatten es sich die Seeleute gut gehen lassen und waren von der Gastfreundschaft und von den reizenden polynesischen Schönheiten begeistert. Der Aufbruch zur Rückfahrt nach so langer, genussvoller Zeit war daher nicht leicht gewesen.

Bei der Abfahrt war die Bounty mit über 1.000 Stecklingen und der Besatzung völlig überladen und durch die sich daraus ergebenden beengten Verhältnisse entstanden Querelen und Streitereien. Schließlich meuterte ein Teil der Besatzung das Schiff und setzten Bligh und seine Männer über Bord; diese erreichten im Beiboot nach 48 Tagen, völlig ausgemergelt, Kupang auf der Insel Timor. Die Bounty hingegen fuhr unter Leitung des Haupt-Meuterers Fletcher Christian durch die polynesische Inselwelt auf der Suche nach einer Insel, wo sie sich niederlassen konnten. Nach verschiedenen, gescheiterten Anläufen, entdeckten sie schließlich die bisher unbekannte Insel Pitcairn und ließen sich dort nieder. Die Nachfahren der Meuterer leben bis heute auf Pitcairn.

Könige und Missionare

1788 wurde Pomare I der erste König Tahitis und vereinte zahlreiche Stämme in seinem Königreich. Er und seine Nachfolgen regierten Tahiti und ihre Inseln bis 1880. Mit der Unterzeichnung der Annektierung von Tahiti und den dazugehörigen Inseln zu Frankreich, beendete Pomare V die Herrschaft der Pomare-Dynastie und eine französische Kolonie konnte entstehen.

Bereits unter Pomare I kamen rund 1800 die ersten englischen Missionare nach Französisch Polynesien, später kamen auch französische Missionare hinzu. 1812 wurde Pomare II, der von den Missionaren als erster zum Christentum konvertiert worden war, getauft und verbot einige Jahre später die Verehrung alter polynesischer Götter, das Tätowieren und die traditionellen Tänze und Lieder. Die Bibel wurde in mehreren Etappen in polynesischer Sprache übersetzt.

Tahiti heute

Anfang des 20. Jahrhunderts zog ein wirtschaftlicher Aufschwung Kolonisten an, hierhin überzusiedeln und rund 1911 lebten bereits 3.500 Europäer auf den Inseln von Tahiti – die meisten davon Franzosen und auch immer mehr Chinesen. Die Entwicklung zu einer Vielvölkergesellschaft war in vollem Gang. Bereits 1946 wurden die Inseln zu einem Überseegebiet von Frankreich. 1958 wurden Tahiti und alle dazugehörigen Inseln dann zu Französisch Polynesien zusammengefasst, was den Einwohnern die Französische Staatsbürgerschaft verlieh.

1977 erhielt Französisch Polynesien von Frankreich Verwaltungsautonomie; nach und nach wurde die Autonomie immer mehr erweitert. 2004 schließlich wurde Französisch Polynesien vom Überseegebiet zum Überseeland, was noch mehr Freiheiten vom Mutterland Frankreich zur Folge hat. Eine gänzliche Unabhängigkeit scheint eine Möglichkeit für die Zukunft zu sein, ist in nächster Zeit allerdings eher unwahrscheinlich.

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