Tattoo-Kunst in Französisch Polynesien

Kunst & Kultur in Französisch Polynesien

Trotz des Versuchs der Missionare, aller Art von „primitiver“ Polynesischer Kultur zu verbieten und auszulöschen, überlebten zum Glück einige Traditionen und Bräuche diese schwierige Zeit. In den letzten Jahrzehnten erlebte die Polynesische Kultur eine Wiedergeburt und wird jetzt durch die Einwohner aufrechterhalten: Vor allem die Kunst der Tätowierungen, Tanz und Musik sind heute wieder fester Bestandteil des täglichen Lebens.

Tattoo-Kunst

Tätowierungen, tattoos oder ursprünglich tatau, stammen aus Französisch Polynesien und sind seit jeher in der polynesischen Kultur verwurzelt. In alten Zeiten hatten die Tätowierungen eine große soziale Bedeutung und zeigten unter anderem die geografische Herkunft und Stammeszugehörigkeit.

Tanzvorführung der Einwohner, Tahiti
Tanzvorführung der Einwohner Tahitis

Jede Inselgruppe besaß ihren eigenen Stil: Die Tuamotus zum Beispiel nutzten eher einfache, geometrische Figuren; die Muster der Marquesas dagegen waren die komplexesten und kunstvollsten Figuren, die auch die Grundlage für die heutigen Tattoos bilden.

Tätowierungen dienten außerdem als Initiationsritual, um das Ende der Kindheit und den Übergang in das Erwachsenenleben zu kennzeichnen. Ferner wurde der Körper in den verschiedenen weiteren Lebensphasen mehr und mehr mit Tattoos bedeckt, um den aktuellen Stand und das Erreichte im Leben kund zu tun. Als Einschüchterung wurden Tattoos ebenfalls eingesetzt: Die kriegerischen Stämme auf den Marquesas tätowierten ihre Gesichter, um erschreckend auszusehen und den Feind einzuschüchtern.

Eine Legende besagt, dass die Ma’ohi sich tätowieren ließen, um der Gottheit Ta’aroa zu gefallen. Dessen Söhne waren die ersten, die sich mit Tattoos geschmückt hatten, um ihre Umgebung zu beeindrucken. Sie erzählten den anderen Männern davon und von da an wurden Tattoos häufig verwendet. Die beiden Söhne Ta’aroas, Mata Mata Arahu und Tu Ra’i Po‘, wurden so zu den Schutzheiligen der Tätowierkunst.

Heutzutage dienen Tattoos eher dem Schönheitsideal und der Ästhetik. Einige Tätowierer haben sich jedoch darauf spezialisiert, die ursprünglichen Motive mit ihrer Bedeutung zu rekonstruieren und wieder aufleben zu lassen. Wie wichtig Tattoos für die polynesische Kultur sind zeigt auch die Tatsache, dass jährlich ein Tattoo-Festival auf Tahiti stattfindet (in der Regel im November), wo sich einige Tage lang alles nur um diese Kunst dreht.

Traditionelle Tänze

Die Tänze, die Sie in Französisch Polynesien erleben werden, sind keineswegs ein Touristenspektakel: Sie sind gelebte Kultur. Diese authentischen Darbietungen der Einheimischen spielen eine große Rolle beim Erhalt und der Verbreitung der ursprünglichen tahitianischen Kultur. In einem Land, in dem die Traditionen durch mündliche Überlieferung weitergegeben werden, ist das Tanzen ein bedeutender Bestandteil, um die Geschichten der Vergangenheit zu bewahren.

Tanzvorführung der Tahitianer
Tanzvorführung der Tahitianer

Diese künstlerischen Darbietungen sind von symbolischen Gesten, wundervollen Kostümen und Blumenkränzen sowie von kraftvollem, charmantem Ausdruck geprägt.

Die bekanntesten und meist gefeierten Tänze sind:

  • Ote‘a – war ursprünglich ein kriegerischer Tanz nur für Männer und ist heute ein Tanz mit schnell rotierenden Hüften der Frauen und Scherenbewegungen der Männerbeine. Der Tanz richtet sich nach einem bestimmten Thema und wird mit Schlagzeug und rhythmischen Motiven untermalt.
  • Aparima – ist ein anmutiger, fließender Tanz, der durch Handbewegungen eine Geschichte erzählt. Er wird entweder stumm oder durch Pantomimen aufgeführt und von Trommeln und/oder Gesang begleitet.
  • Hivinau – von einem Sänger wird ein Vers angestimmt, der vom Chor aufgenommen wird. Dabei bilden die Tänzer und Tänzerinnen einen Kreis und tanzen im Tempo der Lieder. Das Ganze wird von verschiedenen Trommeln begleitet.
  • Pa’o’a – auch hier wird ein Thema von einem männlichen Solisten angestimmt, auf das der Chor antwortet. Die Tänzer und Tänzerinnen gehen dabei in einem Halbkreis in die Hocke. Ein Paar steht zu den Klängen des Gesangs für einen kurzen Tanz im Halbkreis auf.

Die bei weitem besten Tanzaufführungen finden bei einem der bekanntesten Festivals in Französisch Polynesien statt, dem alljährlichen Heiva-Festival im Juli. Außerdem bieten viele Resorts Polynesische Shows mit authentischen Tanzvorführungen, Gesang und je nachdem auch Feuertänzern an. Auf der Insel Moorea steht das Tiki Village Besuchern offen: Hier finden Sie ein ursprüngliches Polynesisches Dorf vor, wo die verschiedenen Handwerkskünste vorgeführt werden und mehrfach wöchentlich auch eine polynesische Abendshow auf dem Programm steht. Tickets hierfür reservieren Sie am besten gleich bei Ihrer Reiseplanung dazu!

Auf Ihrer Reise in Französisch Polynesien haben Sie die Möglichkeit eine traditionelle Tanzshow zu besuchen:

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Französisch-Polynesien

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Feuertänzer

Die Kunst der Feuertänzer ist tief in der polynesischen Kultur verankert. Ursprünglich wurden die Tänze aufgeführt, um den Göttern zu danken oder die Götter anzurufen. Außerdem wurde hierdurch die Fruchtbarkeit der Böden positiv beeinflusst und die Ernte sollte reicher ausfallen. Auch als Kriegsritual wurden Feuertänze eingesetzt, um den Feind herauszufordern und einzuschüchtern.

Heute wird diese Tradition aufrechterhalten und von geübten Solisten oder Gruppen ausgeführt. Die schnell und rhythmisch durch die Nacht tänzelnden Flammen der Fackeln wirken magisch und ziehen die Zuschauer in ihren Bann.

Musik

Die traditionelle polynesische Musik begleitet meist die Tänze und erschallt über alle Inseln. Ukelele, Vivo (Nasenflöte) und verschiedene Trommeln wie der Pahu (zweifellige Trommel) bringen den einzigartigen Klang und Rhythmus hervor, der unverwechselbar zu Französisch Polynesien gehört. Auch Gesang spielt eine große Rolle und ist überall zu hören, wobei hier sowohl die traditionellen Lieder als auch die von Missionaren hergebrachten Kirchenlieder gesungen werden.

Willkommensgruß beim Hotelbesuch (Sofitel Private Island)
Musikalischer Willkommensgruß im Sofitel Private Island

Handwerkskunst

Ob Malerei, Holzschnitzkunst und Bildhauerei oder die Kunst des Flechtens und stilvollen Nähens: Die Polynesier sind sehr geschickt und vereinen gern die beliebten Tätigkeiten mit dem Nützlichen.

Flechtkunst

In der Kunst des Flechtens sind vor allem die Frauen der Austral-Inseln Expertinnen: Sie fertigen Hüte, Körbe, Matten, Taschen und viele weitere Utensilien. Sie verwenden hierfür Pflanzenfasern vom Schraubenbaum, Kokosnüsse und Schilf (a’eho).

Flechtkunst mit heimischen Blüten auf Fatu Hiva
Flechtkunst mit heimischen Blüten auf Fatu Hiva

Holzschnitzerei

Die Marquesas sind bekannt für Holzschnitzereien und Bildhauerei. Tiki (heilige Figuren), Schüsseln, Speere und andere Werkzeuge werden aus Rosenholz (miro), Palisander (tou) und Stein angefertigt. Je nach Inspiration und Ahnen, werden symbolische oder schematische Muster eingeschnitzt.

Traditionelle Holzschnittkunst auf Ua Hoku
Traditionelle Holzschnittkunst auf Ua Hoku

Verarbeitung von Stoffen zu Tapas und Pareos

Auch die schmuckvollen und reich dekorierten Stoffe, Tapas genannt, stammen von den Marquesas. Auf allen Inseln finden sich bunte Pareo aus Baumwolle, mit künstlerischen Motiven bemalt.

Die traditionelle Patchwork-Kunst Tifaifai, in kräftigen Farben und mit verschiedenen Motiven, wird auf den Gesellschaftsinseln und den Austral-Inseln beherrscht und von Mutter zu Tochter, von Großmutter zu Enkelin weitergegeben.

Handgefertigte Tücher auf Moorea
Handgefertigte Tücher auf Moorea

Perlmutt-Gravuren

Auf den Tuamotu-Inseln versteht man sich besonders gut in der Kunst des gravierten Perlmutts. Die faszinierenden, sich ständig verändernden, schillernden Farben und Farbschattierungen machen das Perlmutt zu einem beliebten Dekorationsartikel für Tanzkostüme und oft wird es auch als Schmuck getragen.

Auf der Perlenfarm
Riesige Muscheln auf einer Perlenfarm

Malerei

Die Malerei wird in Französisch Polynesien geprägt von den Werken des Malers Paul Gauguin, der auf den Marquesas lebte und mit seinen Bildern von polynesischen Südsee-Schönheiten weltberühmt wurde.

Selbstporträt von Paul Gauguin in einer Ausstellung auf Hiva Oa
Selbstporträt von Paul Gauguin in einer Ausstellung auf Hiva Oa

UNESCO-Weltkulturerbe

Seit 2017 hat Französisch Polynesien auch einen Eintrag in die UNESCO-Welterbe-Liste erhalten: die Marae Taputapuatea auf Raiatea ist nun als Weltkulturerbe gelistet.

Museen in Französisch Polynesien

Für Museums-Liebhaber bietet Französisch Polynesien einige sehr interessante Sammlungen.

  • Musée de Tahiti et des Îles (Te Fare Manaha), westlich von Papeete in Punaauia. Das Museum zeigt polynesische Geschichte, Altertümer und Biologie.
  • Museum of the Robert Wan Pearl. Mitten in Papeete liegt das einzige Perlenmuseum Tahitis. Hier finden Sie Informationen zur Geschichte und zu Legenden der Perle. Außerdem befindet sich hier die größte existierende Tahiti-Perle.
  • Gauguin-Museum. Ein Museum über das Leben des Malers, der in Französisch Polynesien lebte. Es zeigt einige Repliken seiner hier entstandenen Werke.
  • Maison Musée de James Norman Hall, östlich von Papeete in Arue. In seinem Haus schrieb der Schriftsteller, der mit der „Meuterei auf der Bounty“ bekannt wurde, am liebsten.
  • Marine-Museum auf Bora Bora
  • Einige Museen auf den Marquesas: Musée du Pétroglyphe und Geologie-Museum in Hokatu, Archäologie-Museum in Vaipae, Musée de la Mer in Hane.